Day 28 - ES TRENC
- 7. Juli 2015
- 2 Min. Lesezeit
KARIBISCHES TÜRKIS
Würden am Strand von Es Trenc Palmen wachsen, wäre die Täuschung perfekt: man befindet sich nicht in Mallorca, sondern auf einer karibischen Insel im Atlantik. Wie in einem Sommertraum läuft man ins flache, klare Wasser, in das die Sonne magisch in tausend kleine Sonnen bricht, so dass sie gleichzeitig über das Meer und aus den Wellen heraus zu glühen scheint. Die Reflektionen im Wasser wirken gleichermaßen faszinierend und sinnesbetäubend, als befände man sich in einem riesigen Kaleidoskop.
Es hat etwas Unwirkliches, am Strand von Es Trenc zu liegen. So weiß wie der Sand fängt das Wasser an und färbt sich nach und nach in fließendem Aquarellblau, vermischt sich mit einer Vielzahl von Azurtönen und explodiert förmlich zum Horizont hinaus in einem tiefen Türkis. Weiße Schiffe ankern dort, wo sich das Meer mit dem Himmel vereint.
Das Wasser ist besonders salzig. Macht man die Augen zu, kann man sich von den Wellen tragen lassen und die Welt um sich vergessen.
Es ist seltsam aber trotz der vielen Menschen strahlt der Strand eine eigene Ruhe aus. Es sollen täglich um die 7.000 Menschen in Es Trenc an der Plaja liegen. Es sind so viele, dass die Universität der Balearen sich Sorgen macht, der weiße Sand in könnte in den Badesachen der Gäste langsam weggetragen werden, ganze 90 Tonnen sollen es pro Saison sein.
Aus dem Wasser heraus entdeckt man weiße Bunker, traurige Zeugen des spanischen Bürgerkrieges. Die Künstlergruppe Boa Mistura verlieh im vergangenen Jahr den trostlosen Bauten eine künstlerische Note, in dem sie sie weiss anmalte und mit Versen versah. Es haldelt sich um das Projekt "Peisajes de Paz" (Landschaften des Friedens) für das Event ART NI CAMPOS.
Auf einer Wand liest man "RITME EOLIC D'AQUESTES PLATGES", auf einer anderen "OH, GLOP D'ETERNIDAD" in Großbuchstaben geschrieben. Die Verse stammen aus dem Gedicht "Cala gentil", ein Werk des in Polenca geborenen mallorquinischen Dichter Miquel Costa y Llobera:
CALA GENTIL
Sobre la cinta de blanca arena, que besa l’aigua de cèlic blau, grans pins hi vessen a copa plena olor de bàlsam, ombra serena, remor suau... Oh, dolç estatge de bellesa i pau!
Un aquí troba la llum més clara, les colors vàries de to més viu; pura delícia de tot s’hi empara, i sol o lluna mostrant la cara, tot hi somriu... Oh, de mos càntics inefable niu!

Per puigs i serres s’acaramulla frondós boscatge de verd etern, que eixa floresta de vària fulla la tardor trista mai la despulla, ni el fred hivern... Oh, Paradís que apar al món extern!

Si aquí s’acosta qualque mal dia de nuvolades amb negre estol, sols hi duu tendra melancolia, com una verge sense alegria que en pau es dol... Oh, bon refugi de callat consol!

Aquí, ben jove, pensí abrigar-hi un niu d’humana felicitat; després de tomba vaig somiar-hi a on tindria més solitari repòs més grat... Oh, lloc per vida i mort fantasiat!

És que en la calma de tals paratges tan dolç és viure, veure i sentir, i vora l’aigua de purs miratges al ritme eòlic d’aquestes platges tan dolç dormir! Mes jo tal sort jamai dec posseir.
Què hi fa? D’aquesta cala opalina prou el misteri n’hauré gustat, mentre ara, a l’hora que el sol declina, m’hi sent confondre dins la divina serenitat... Oh, dolç moment; oh, glop d’eternitat!
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